Medizintourismus: Ein Phänomen breitet sich aus
Ins Ausland reisen, um sich behandeln zu lassen ist eigentlich ein sehr altes Phänomen, das erst vor Kurzem wiederentdeckt wurde. Schon in der Antike überquerten die alten Griechen das Meer, um zum Heiligtun Äskulaps, des Gottes der Heilkunst, in Epidaurus zu gehen. Die Römer gingen nach Bath in Großbritannien. Heutzutage handelt es sich um einen weltweiten Trend. Immer mehr Patienten gehen in ein anderes Land, um sich behandeln zu lassen. Die Gründe sind vielseitig:
Dieser Trend wird immer wichtiger. Er begann Anfang 2000 in den USA und in England, wo Millionen von Patienten jedes Jahr ins Ausland reisen, um sich dort operieren zu lassen. Mitunter voller Angst, ihr Land zu verlassen, und darauf gefasst, dass die Ersparnisse eine niedrigere Qualität und weniger Komfort mit sich bringen, kommen sie im Allgemeinen begeistert und sehr überrascht über die Qualität der erhaltenen Behandlung zurück. Der berühmteste unter ihnen, Michel Rocard, der frühere französische Premierminister, der sich einer Notoperation in einem sehr guten Krankenhaus in Indien unterziehen musste, sagte sogar: "Meine Operation ist ausgezeichnet verlaufen. Das Personal war sehr kompetent und sie haben sich sehr gut um mich gekümmert."
Dieser Trend zum Medizintourismus wird in der letzten Zeit in Europa immer stärker, insbesondere in der Schweiz. Hier die Gründe:
- Die Suche nach guter Lebensqualität und solider Gesundheit ist eine immer wichtiger werdende Beschäftigung in Anbetracht einer alternden Bevölkerung.
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Die Gesundheitssysteme vieler westlicher Länder (auch der Schweiz) schaffen es nicht mehr, sich effizient zu finanzieren (vor allem wegen der Überalterung der Bevölkerung). Die Preise steigen, mit ihnen der Teil des Budgets eines jeden Haushalts, der für die Gesundheit bestimmt ist, und schränken somit die Kaufkraft ein.
- Die Anzahl der ausgebildeten Ärzte (ein Rückgang von 33% in den letzten 10 Jahren in der Schweiz) verringert sich, obwohl immer mehr benötigt werden. Eine Wartezeit von mehreren Monaten, bevor man operiert wird, ist in Schweizer Krankenhäusern nicht selten (z. B. 15 Monate für eine orthopädische Operation), obwohl man denkt, dass es so nur im englischen Gesundheitssystem zugeht, wo man manchmal jahrelang warten muss.
- Die Entwicklung der EU und die bilateralen Abkommen mit der Schweiz machen den Austausch zwischen den Ländern einfacher als früher.
- Reisen ist mit dem Aufkommen von Billigfliegern und schnellen Zügen einfacher geworden.
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Es gibt in jedem Land gute Ärzte. Wenn man sich gut beraten lässt, kann man sich im Ausland von den besten Spezialisten behandeln lassen und das zu Preisen, die viel niedriger als in der Schweiz sind.
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Zum ersten Mal können Schweizer Patienten von dem deutschsprachigen Netzwerk im Ausland eines Schweizer Arztes profitieren. Er organisiert nicht nur ihre medizinischen Behandlungen, sondern bietet ihnen auch die Vorteile eines einzigartigen Leistungsspektrums.
- Zahlreiche Schwellenländer haben einen beeindruckenden wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, haben eine junge Bevölkerung und investieren ihre neuen Ressourcen in ihr Gesundheitssystem. Krankenhäuser, die besser ausgerüstet als in der Schweiz und hochmodern sind, dazu Mediziner einstellt, die im Westen ausgebildet wurden, tauchen in Osteuropa, in Istanbul, in Tunesien, aber auch in Südostasien und Lateinamerika auf.
- Die Ärzte dieser Schwellenländer, die in die Schweiz kommen um zu arbeiten, gehen zunehmend in ihre Länder zurück. Mit ihrer hochkarätigen Ausbildung arbeiten sie dort und gründen manchmal auch eine Klinik.
Jetzt wagen Sie es vielleicht. Sie werden ganz bestimmt das Gefühl haben, den anderen Schweizern voraus zu sein. Sie profitieren von der Erfahrung, die in dem von Ihnen gewählten Krankenhaus anhand von Millionen anderer Patienten gemacht wurde.
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