Was versteht man unter einem Sofortimplantat?

Unter einem Sofortimplantat versteht man das Einsetzen eines Zahnimplantats mit provisorischer oder endgütliger Krone oder Brücke unmittelbar im Anschluss an das Entfernen eines Zahnes.

Der Traum aller Zahnärzte

Es ist der Traum aller Zahnärzte, diese Behandlungsmöglichkeit Patienten anbieten zu können. Denn diese müssen nicht nach einem Zeitraum zwischen 6 Wochen und 6 Monaten zurückkommen, nachdem der Knochen sich um das Implantat gebildet hat (Diese Phase nennt man Knocheneinheilung oder Osteointegration), um die Krone oder Brücke (Zahnprothese) einsetzen zu lassen. Dies ist vor allem für Patienten aus dem Ausland interessant, da diese selbstverständlich weniger dazu bereit sind und die Möglichkeit haben, ein zweites Mal in die Zahnpraxis zu kommen, um sich die Prothese einsetzen zu lassen.

Welche Implantate eignen sich als Sofortimplantate?

Alle Zahnimplantate können sofort eingesetzt werden, wenn die Bedingungen für eine Primärstabilisierung (Implantat ist stabil im Knochen verankert) und die okklusalen Bedingungen (wenn man den Mund schließt, stört die Implantatkrone die anderen Zähne nicht) stimmen.

Wie geht der Zahnarzt hier vor?

Das Implantat wird im Knochen des Patienten verschraubt (unter Narkose, man fühlt nichts). Meistens ist das Implantat dann stabil verankert und wirkt absolut sicher. Man spricht von Primärstabilität.

In den darauffolgenden Wochen

Der Knochen, der sich ständig verändert, wächst um das Implantat, bis es perfekt integriert ist (Sekundärstabilität).

Das Risiko

Während sich der Knochen um das Implantat bildet, und bis dieser Vorgang abgeschlossen ist (kann mehrere Wochen bis Monate dauern), ist das Implantat sehr fragil. Wenn eine Prothese – entweder eine Krone oder eine Brücke – daraufgesetzt wurde, kann das Implantat durch den Kaudruck belastet und dadurch im Knochen verschoben werden. Es ist jedoch das Ziel einer jeden Implantation, dass das Implantat, wenn es einmal im Knochen verankert ist, sich überhaupt nicht mehr bewegen kann. Daher besteht bei einem Sofortimplantat das Risiko, dass es sich so stark bewegt, bis es herausfällt. Man muss dann ein neues setzen, jedoch lange warten, bis sich der Knochen erholt hat. Letztendlich benötigt man eine Knochenimplantation.

Zum Abschluss

Es ist jedoch angebracht, vorsichtig zu sein, da diese Methode das Risiko eines Misserfolges erhöht, weil man das Implantat eher verliert als bei einem verzögerten Einsetzen – der Standardmethode, die am sichersten ist (Das Setzen einer provisorischen Krone für 6 Wochen bis 6 Monaten, meistens 2 bis 3 Monate). Aus diesen Gründen empfehlen wir das Sofortimplantat nicht. Unsere Zahnärzte bieten diese Option nicht an (ausser in Ausnahmefällen).

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